Schloss Elmau mit Flaggen

Der G7 Gipfel 2015 in der Elmau

Liebe Besucher, die Ereignisse beschleunigen sich nun mit jedem Tag. die kleineren Meldungen finden Sie jederzeit in unserem Liveticker unter Liveticker. Wenn Javascript aktiviert ist (normalerweise der Fall) aktuelisiert sich der Ticker jede Minute.
G7 Germany

Der nächste Gipfel steht bereits vor der Tür

Nach Deutschland richtet nun Japan den nächsten G7 Gipfel aus. Ob sich der große geografische Sprung auch auf die Inhalte übertragen lässt, wird sich zeigen. Neben der wirtschaftlichen ist aber sicherlich eine starke außenpolitische Komponente zu erwarten.

Wenn sich im Sommer 2016 die Regierungschefs der G7 Staaten in Japan treffen, wird das wahrscheinlich mit starken Signalen nach Rußland und China verbunden sein. Nicht zuletzt weil Japan selbst mit beiden einen Streit um Inseln - und den damit verbundenen Möglichkeiten der Ausnutzung von Bodenschätzen - führt. Gleichzeitig scheint sich Rußland aktuell stärker im nahen Osten zu engagieren und berührt damit zumindest teilweise die Strategien einiger G7 Staaten. Zumindest soweit es belastbare Strategien in dieser zunehmend zerfallenden Region gibt. Wirtschaftlich wird die Stellung Chinas sicher auch ein bestimmender Teil der Gespräche, nicht zuletzt wegen der Turbulenzen in den letzten Wochen. Auf Ebene der Beziehung der G7 Staaten untereinander stehen ebenso noch einige Themen an. Nicht zuletzt berührt das das sogenannte "Neuland", die informationstechnische Vernetzung und die Souveränität der Partner in diesem Bereich, welche nicht zuletzt durch die Veröffentlichungen von Edward Snowden in Frage gestellt ist. Nach der Schaffung von einigen Fundamenten wie dem Datenschutzabkommen zwischen der EU und den USA wird das transatlantische Handelsabkommen sicherlich auch zur Sprache kommen, vielleicht auch schon mit weiteren Daten aus ähnlichen Projekten im pazifischen Raum. Das obligatorische Thema Umweltschutz wird sicher wieder aufgenommen, ob Ergebnisse aus der kommenden Konferenz in Paris bereits ein Thema sein werden ist aber noch nicht abzusehen. Hier ist ausschlaggebend, ob sich nicht nur eine Einigung zu Maßnahmen erzielen lässt sondern diese auch bei allen Parteien sanktioniert werden kann.
Zu den Sonderthemen wird sicherlich die aktuelle Entwicklung bei den Flüchtlingsströmen zählen. Mit Frankreich, Italien und Deutschland sind drei Staaten der G7 direkt von den Geschehnissen betroffen. Mit den USA und Großbritannien sind zudem zwei Staaten mit im Club, die in der Vergangenheit durch größere Kampfeinsätze im nahen Osten eingegriffen haben, ohne dass dadurch eine nachhaltige Verbesserung der Situation vor Ort erkennbar gewesen wäre. Zu differenzieren ist dabei aber die Ursächlichkeit der aktuellen Konflikte. Sowohl im nahen Osten wie in Afrika gab es in der Vergangenheit vielfältige Einmischungen des "Westens". Am wichtigsten scheint dabei die künstliche Erschaffung von Staaten und die aus heutiger Sicht geradezu wahnsinnige Art Grenzen mit dem Lineal zu ziehen. Die Frage, ob manche dieser künstlichen Gebilde irgendwann von selbst zerbrochen wären ist nur fakultativ. Bestimmender ist die Frage, inwieweit von außen dieser Prozess in den letzten Jahren beschleunigt wurde. Die Beseitigung von Diktaturen scheint aus der Sicht westlich-demokratischer Systeme stets als lobenswertes Motiv, die Konsequenz aus den nicht mehr steuerbaren revolutionären Strömungen ist aber anscheinend ein Lauffeuer das in der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung deutlich zur Verschlimmerung der Situation beigetragen hat.
Der daraus resultierende Strom von Flüchtlingen stellt nun einige der in der G7 zusammengeschlossenen Wirtschaftsnationen vor erhebliche Probleme. Sollten die künstlichen Staatsgebilde im nahen Osten und Afrika weiter auf historisch gewachsene Fundamente zerbrechen, ist in naher Zukunft nicht mit einer Normalisierung zu rechnen. Die Weiterführung militärischer Abenteuer könnte in einer solchen Gesamtlage nur den Status Quo für eine begrenzte Zeit erhalten, nicht aber nachhaltig zu einer Lösung beitragen.
Der Gipfel in Japan 2016 wird in vielerlei Hinsicht große Themen behandeln müssen. Es wird nicht das einzige große Gipfeltreffen sein, es besteht aber die Chance, Weichen für ein friedliches Miteinander der Völker zu stellen. Diese Chance muss aber auch bewusst ergriffen werden. Noch ist nicht abzusehen, ob der nächste G7 Gipfel vor allem ein Foto oder einen Paukenschlag generiert.

(PR - 11.09.2015)

11.09.2015 Nach Deutschland richtet nun Japan den nächsten G7 Gipfel aus. Ob sich der große geografische Sprung auch auf die Inhalte übertragen lässt, wird sich zeigen. Neben der wirtschaftlichen ist aber sicherlich eine starke außenpolitische Komponente zu erwarten.
06.09.2015 Der Verein Polizeihundefreunde e.V. stellte in Mittenwald im Bierstüberl "Wolpi" einen Kalender mit Bildern aus dem Einsatz der Polizeihundestaffeln während des G7 Gipfels in Elmau vor.
25.07.2015 Fotoausstellung zum G7 Gipfel 2015 im Schloss Elmau
06.06.2015 Die erhofften 10000 oder mehr Teilnehmer konnten nicht erreicht werden. Während das Bündnis Stop-G7-Elmau von etwa 7500 Teilnehmern spricht, zählte die Polizei knapp 4000. Am Wendepunkt der Demonstration vor der Wildenauer Straße kam es zu einzelnen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.
03.06.2015 Sollten im Rahmen der G7 Proteste Festnahmen erfolgen, wurde dafür der Abrams Komplex in Garmisch-Partenkirchen dafür vorbereitet. Zu Schnellverfahren wie in Heiligendamm soll es dazu aber nach Möglichkeit nicht kommen.

vorheriges Bild
nchstes Bild